Bin etwas in Verzug geraten, denn eigentlich wollte ich nur einen Blog zu den letzten beiden Streckenabschnitten schreiben. Es würde aber zu viel werden, denn gerade der letzte Tag war nochmal sehr ereignisreich.
I’m a bit behind schedule, because I actually only wanted to write a blog about the last two sections of the route. But it would be too much, because the last day was very eventful.
Wittenberge – Dömitz, ca 60 km. Ich habe mich in den vergangenen Tagen eingegroovt. Bin nicht gerade schnell, aber dafür genieße ich. Die ersten 25 km von Wittenberge bis Höhe Schnackenburg waren die langweiligsten. Den Teil kannte ich schon vom Vortag. Deich, Deich, Deich. Sonne, Sonne, Sonne. Ab und an kam mal ein Storch angeschossen. Der flog aber in Richtung nächstes Wasserloch, Frösche fangen.
Wittenberge – Dömitz, approx. 60 km. I’ve been getting into the swing of things for the past few days. I’m not exactly fast, but I enjoy it. The first 25 km from Wittenberge to Schnackenburg were the most boring. I already knew that part from the day before. Dike, dike, dike. Sun, sun, sun. Every now and then a stork would swoop in. But it flew towards the next waterhole to catch frogs.



Ich blieb rechtsseitig der Elbe, da dieser Teil geschichtlich sehr interessant ist. Die bundesdeutsche Grenze verlief hier entlang der Elbe. Und man sieht noch Spuren dieser Zeit, auch wenn schon 33 Jahre vergangen sind. Man ließ einige der alten Beton-Wachtürme stehen. Auf einen kann man sogar raufklettern. Heute sieht man nur Grün, ein paar Reiher, Störche, die Elbe, die sich durch das Land schlängelt. Keine Zäune, keine Betonplattenpisten, keine Laternen und keine Hunde. Und keiner der schießt. Das Bild wiederholte sich desöfteren und ich fragte mich, warum man so viele dieser häßlichen Türme noch stehen lässt. Sie stehen einfach nur in der Landschaft, haben keine Funktion. Oder doch?
I stayed on the right side of the Elbe, as this part is historically very interesting. The West German border ran along the Elbe here. And you can still see traces of that time, even though 33 years have passed. Some of the old concrete watchtowers have been left standing. You can even climb one of them. Today you only see greenery, a few herons, storks, the Elbe meandering through the land. No fences, no concrete slabs, no lanterns and no dogs. And nobody shooting. The image repeated itself several times and I wondered why so many of these ugly towers are still standing. They just stand in the landscape, have no function. Do they?



Die kleinen Dörfer entlang des Deiches gehörten früher alle zum Niemandsland, in welches man nur mit Passierschein reinkam. Nach über 30 Jahren spürt man davon heute nichts mehr. Außer ein Gedenkstein, der an die frühere Teilung erinnerte.
The small villages along the dyke used to be part of no-man’s-land, where you could only get in with a pass. After more than 30 years, there is no sign of that any more. Except for a memorial stone that reminds us of the former division.



Nach ca 38 km erreichte ich das kleine aber feine Dörfchen Lenzen. Es schien noch im Mittagsschlaf, oder es verirrten sich nicht gerade viele Fahrradfahrer hierher. Sie bleiben im Café Eisvogel am Deich. Und die Cafés im Ort leiden. Kaum Kundschaft, da das Dorf etwas abseits vom Elberadweg liegt. Es regnete plötzlich ein bisschen. Kann ich mir mit meinem Cappuccino und Eisbecher Zeit lassen. Fuhr dann eine Runde durch den Ort, an der Burg vorbei, hatte endlich die Gelegenheit, mir eine dieser roten Backsteinkirchen von innen anzuschauen. Und dann landete ich in einer Filzerwerkstatt. Handarbeiten sind mein Ding. Ich glaube, ich werde das auch mal austesten. Man kann so schöne Accessoires selbst formen. Doch heute muss ich weiter. Es sind noch 22 km zu schrubben bis Dömitz.
After about 38 km I reached the small but nice village of Lenzen. It seemed to be still in its midday nap, or not many cyclists were straying here. They stay at the Café Eisvogel on the dyke. And the cafés in the village are suffering. Hardly any customers, as the village is a bit off the Elbe cycle path. It suddenly rained a little. I can take my time with my cappuccino and sundae. Then rode a round through the village, past the castle, finally had the opportunity to look at one of those red brick churches from the inside. And then I ended up in a felting workshop. Handicrafts are my thing. I think I’m going to try that out too. You can shape such beautiful accessories yourself. But today I have to go on. There are still 22 km to scrub to Dömitz.







Und vor mit baute sich eine dicke schwarze Gewitterwolke auf. Schaffe ich das, schaffe ich es nicht. Ich hangelte mich von Dorf zu Dorf. Das Gewitter blieb im Westen. Der ‚antifaschistische Schutzwall‘ hat die Fahrradfahrer, die im Osten geblieben sind, geschützt. Doch nass wurde ich dennoch. Ich zottelte dieses Regencape über und strampelte weiter. Auch als es aufhörte zu regnen, zog ich es nicht wieder aus. Denn meist fängt es dann wieder an zu regnen.
And in front of me a thick black thundercloud was building up. If I make it, I don’t make it. I shimmied from village to village. The thunderstorm stayed in the west. The ‚anti-fascist wall‘ protected the cyclists who stayed in the east. But I still got wet. I shagged this rain cape over me and pedalled on. Even when it stopped raining, I didn’t take it off again. Because it usually starts raining again if I take it off.



Nach 7 Stunden wurde die alte Festungsstadt Dömitz erreicht und die Herberge zur Alten Brauerei bezogen. Nach 60 km war ich nur noch müde und plante die letzte Etappe, von der ich dachte, sie wäre nur um die 30 km lang. Dazu mehr im nächsten Blog.
8After 7 hours, the old fortress town of Dömitz was reached and the hostel at the old brewery was occupied. After 60 km, I was just tired and planned the last stage, which I thought would only be around 30 km long. More about that in the next blog.

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