Endlich! Endlich?! Endlich! Ist der Herbst da. So richtig. Oder kurze Pause vom Sommer? Man weiß das nicht so recht. Doch jetzt und hier ist es herbstlich bunt, kalt, regnerisch, windig. Den Kleiderschrank habe ich bereits letztes Wochenende auf Herbst umgestellt, die Mäntel bereits in Position gebracht. Kann sie kommen, die kühle Jahreszeit.
Finally! Finally?! At last! Autumn is here. Really. Or a short break from summer? We don’t really know. But here and now it is autumnally colourful, cold, rainy, windy. I already changed the wardrobe to autumn last weekend, the coats are already in place. Can it come, the cool season.
Auch im Herbst ist Action angesagt. Nicht per Fahrrad oder Kayak. Das jährliche Voronezh Gang Meeting mit Katrin, Yvette und Angelika steht an. In diesem Jahr etwas später als sonst, statt Anfang September treffen wir uns Mitte Oktober. An einem Freitag den 13. in Arnstadt in Thüringen. Und wie gewohnt nehme ich den ICE. Nach einer anstrengenden Arbeitswoche und mit Terminen, Unterricht, Seminar, Gesprächen vollgepackten Freitag fuhr ich erstmal nach Erfurt. Mit 260 km/h durch die Dunkelheit. Draußen war es stockdunkel. Man hatte Null Anhaltspunkte. Der Zug dröhnte durch die Landschaft. Und? Er war pünktlich in Erfurt. Dort hieß es Umsteigen in den Regionalverkehrt nach Arnstadt. Freitagabend. Der Zug war rammelvoll. Zwischenhalte in der Dunkelheit, Bahnsteige nicht beleuchtet. Wo bin ich? In Scary Movie? Als ein Koffer herrenlos durch das Abteil rollte, und sich so gar keiner kümmerte, wurde mir wirklich etwas anders. Wo bin ich hier? Ist hier irgendwo eine versteckte Kamera? Und dann erfuhr ich in Arnstadt, dass ich im falschen Zugteil bin. Ich wollte weiter nach Arnstadt – Süd und der vordere Zug hält dort nicht. Umsteigen in den hinteren Zugteil. Oder besser reindrängeln, denn der Zug war auch voll. Ich kam in Arnstadt Süd an. Der Bahnsteig war beleuchtet. Taschenlampe wurde nicht benötigt.
Action is also the order of the day in autumn. Not by bike or kayak. The annual Voronezh Gang Meeting with Katrin, Yvette and Angelika is coming up. This year a little later than usual, instead of early September we meet in mid-October. On a Friday the 13th in Arnstadt in Thuringia. And as usual, I take the ICE. After an exhausting week at work and a Friday packed with appointments, classes, seminars and talks, I first went to Erfurt. At 260 km/h through the darkness. It was pitch black outside. One had zero clues. The train roared through the landscape. And? It arrived in Erfurt on time. There I had to change to the regional train to Arnstadt. Friday evening. The train was packed. Stops in the dark, platforms not lit. Where am I? In Scary Movie? When a suitcase rolled through the compartment without a master and no one paid any attention, I really felt a bit different. Where am I? Is there a hidden camera somewhere? And then I found out in Arnstadt that I was in the wrong part of the train. I wanted to continue to Arnstadt – South and the front train doesn’t stop there. I had to change to the rear section of the train. Or better, push in, because the train was also full. I arrived in Arnstadt South. The platform was lit. Torch was not needed.



Doch nun musste ich in der Dunkelheit das Restaurant finden, in dem meine Freundinnen saßen und auf mich warteten. Alle Jahre wieder: die leidige Suche nach einem Restaurant. Unser Hotel zur Brauerei in Arnstadt hatte zwar Zimmer für uns, aber keinen Tisch. Wie traurig. Personalmangel?! Wahrscheinlich. Glücklicherweise fand die Organisatorin des Treffens 2023, Yvette, den Burgkeller, in dem traditionelle, regionale Küche angeboten wurde. Auch in vegetarisch für die Vegetarierinnen unter uns. Und wieder, wie auch schon im letzten Jahr, war ich die Letzte im Bunde, die eintraf. Hungrig, durstig, müde, voller Eindrücke von dieser verrückten Zugfahrt ab Erfurt und meinem Spaziergang durch Arnstadt, in der an einem Freitagabend wie wahrscheinlich an jedem Abend ab 6 die Bürgersteige hochgeklappt werden. Es war ungewöhnlich warm in Thüringen. In Berlin gab es heute Regen und es war auch sonst sehr ungemütlich. In der Ahnung, dass morgen damit Schluss ist, genossen wir das nochmal auf dem Weg zum Hotel.
But now I had to find the restaurant in the dark where my friends were sitting and waiting for me. Every year again: the tiresome search for a restaurant. Our Hotel zur Brauerei in Arnstadt had rooms for us, but no table. How sad. Lack of staff?! Probably. Fortunately, the organiser of the 2023 meeting, Yvette, found the Burgkeller, which offered traditional, regional cuisine. Also in vegetarian for the vegetarians among us. And again, like last year, I was the last to arrive. Hungry, thirsty, tired, full of impressions from this crazy train ride from Erfurt and my walk through Arnstadt, where the pavements are folded up from 6 on a Friday evening, as they probably are every evening. It was unusually warm in Thuringia. In Berlin there was rain today and it was also very uncomfortable in other respects. Knowing that tomorrow would be the end of it, we enjoyed it on the way to the hotel.
Im Brauereihotel bekam ich als Einzelperson das größte Zimmer, was bedeutet, dass sich die Runde zum Austausch des neuesten Klatsches, der Urlaubsberichte und Arbeits-, bzw. Schulentwicklungen hier bis zum Umfallen trifft. Allerdings verschieben sich die Zeiten auch immer mehr nach vorn. Früher saßen wir bis 2 Uhr nachts und hatten zu erzählen. Heutzutage ist kurz nach Mitternacht Schluss.
As a single person, I got the biggest room in the brewery hotel, which means that the group meets here until they drop to exchange the latest gossip, holiday reports and work or school developments. However, the times are also shifting more and more to the front. In the past, we used to sit up until 2 a.m. and talk. Nowadays it ends shortly after midnight.



Am nächsten Morgen Regen, der auf das Glasdach des Brauereirestaurtants prasselte. Lange Gesichter. Aber der Regenradar versprach Sonne gegen 11. Nach dem Frühstück wurde die Reisegruppe Härtlein von der Stadtführerin im Hotel abgeholt und über zwei Stunden durch Arnstadt geführt. Vorsichtshalber nehmen wir Regenschirme mit, denn wenn wir die mithaben, regnet es nicht. Und die Sonne kam raus. Wir bekamen einen sehr umfassenden Einblick in die Historie der ältesten Stadt Thüringens, die urkundlich 704 erwähnt wurde, deren Grafen und Fürsten alle Günter hießen, die vier Kirchen hat, die unterschiedlicher nicht sein können, deren Stadtbild durch die Wende so gut erhalten wurde, dass man heute kaum noch Spuren der DDR Zeit entdeckt. So wie es in Altenburg im letzten Jahr aufgefallen war. (siehe mein Blog zu Altenburg: https://sylkesoxontour.wordpress.com/2022/09/11/studitreffen-in-altenburg/)Aber Arnstadt ist auch viel kleiner und übersichtlicher. Wir genossen diesen sehr beherzten Rundgang durch die Stadt, und kletterten am Ende einen Berg hinauf, um einen Ausblick auf die Stadt genießen zu können. Das Café, welches wir uns für eine kleine Pause ausgesucht hatten, war voll besetzt. Man versprach uns einen Tisch in zwei Stunden. Und Türme, die wir sonst immer besteigen, gab es zwar, aber entweder geschlossen oder baufällig.
The next morning, rain pelting the glass roof of the brewery restaurant. Long faces. But the rain radar promised sunshine around 11 a.m. After breakfast, the Härtlein tour group was picked up at the hotel by the city guide and led through Arnstadt for over two hours. To be on the safe side, we took umbrellas with us, because if we had them with us, it wouldn’t rain. And the sun came out. We got a very comprehensive insight into the history of the oldest town in Thuringia, which was first mentioned in a document in 704, whose counts and princes were all called Günter, which has four churches that couldn’t be more different, whose townscape was so well preserved by the fall of the Berlin Wall that hardly any traces of the GDR era can be found today. Just as it was noticeable in Altenburg last year. (see my blog on Altenburg: https://sylkesoxontour.wordpress.com/2022/09/11/studitreffen-in-altenburg/ )But Arnstadt is also much smaller and clearer. We enjoyed this very spirited tour of the town, and climbed a hill at the end to enjoy a view of the town. The café we had chosen for a short break was full. We were promised a table in two hours. And towers that we usually climb were there, but either closed or dilapidated.
















Auf dem Markt fand gerade ein Flohmarkt statt. Leider nicht sehr gut besucht. Eine Hochzeit. Die Uhr am Rathaus bimmelt aller Viertelstunde und der Adler aus dem Stadtwappen schlägt / wackelt mit seinen Flügeln. Sehr kurz. Man muss wirklich sehr schnell sein, um das in Film oder Bild festzuhalten.
There was a flea market at the market. Unfortunately not very well attended. A wedding. The clock at the town hall chimes every quarter of an hour and the eagle from the town coat of arms flaps / waggles its wings. Very briefly. You really have to be very quick to capture this on film or in a picture.



Es folgte eine ausgedehnte Runde im Café: Wir bestellten mehrfach Getränke und probierten Kuchen durch. Da fällt mir Udo Jürgens‘ Song ein: Aber bitte mit Sahne! Ohne Sahne. Und mit 66 Jahren fängt bei uns auch noch nicht das Leben an, denn wir sind ja noch nicht einmal 60.
An extended round in the café followed: we ordered drinks several times and tasted through cakes. Udo Jürgens‘ song comes to mind: But please with cream! Without cream. And life doesn’t start for us at 66, because we’re not even 60 yet.
Bis zur nächsten Essenrunde sind noch zwei Stunden. Schrittezähler anschmeißen. Stadt weiter erkunden. Wir ziehen in Richtung Schlosspark. Die Museen sind allesamt schon zu. Wir kommen zu spät. Auch die allerletzte Kirche, in der der Großteil der Familie Bach liegt, hat das Tor geschlossen. Bleibt uns ein ausgedehnter Spaziergang durch den Park.
There are still two hours until the next round of meals. Fire up the step counter. Continue exploring the city. We move towards the castle park. The museums are all closed. We are too late. The very last church, where most of the Bach family is buried, has also closed its gate. What remains for us is an extended walk through the park.










Und auch heute Abend landen wir nicht im Brauereirestaurtant und auch nicht in einer anderen Bierstube, denn Arnstadt ist die Bierstadt. Wir bekommen nur noch einen Tisch beim Chinesen. Es sieht nicht gut aus mit Restaurants. Viele haben Corona nicht überlebt und in den wenigen, die es noch gibt, gibt es nicht genügend Personal. Im Chinarestaurant waren auch vorrangig Chinesen anzutreffen, sehr junge Leite. In Arnstadt bauen die Chinesen gerade eine Batteriefabrik auf. Wie die Stadtführerin uns erzählte, sollten im Moment wohl 600 Chinesen und Chinesinnen hier leben und arbeiten.
And tonight we don’t end up in the brewery restaurant or in any other beer pub, because Arnstadt is the beer town. We only get a table at the Chinese restaurant. Things are not looking good for restaurants. Many have not survived Corona and in the few that still exist there are not enough staff. The Chinese restaurant was also mainly staffed by Chinese, very young people. In Arnstadt, the Chinese are currently building a battery factory. The town guide told us that 600 Chinese are living and working here at the moment.
Der Tag wurde mit Katrins Rosenlikör in meinem Zimmer beendet. Ich habe sehr gut geschlafen.
The day ended with Katrin’s rose liqueur in my room. I slept very well.
Blick auf den Regenradar auf der Wetterapp: Huuuh, 6 Grad, höchstens 8. Vor zwei Wochen hatten wir noch an die 30. Regen war zwar angesagt, aber es blieb für die verbleibenden Stunden trocken. Unsere Runde löste sich nach dem Frühstück auf. Die einen wollten zum Schloss Leutchtenburg, die anderen ins Schlossmuseum. Ich war an meinen Zug gebunden. Katrin und Matthias nahmen mich mit nach Plaue, wo wir uns auf dem Kunstwanderweg diverse Kunst anschauten, die über mehrere Kilometer im Wald und auf dem Feld verteilt wurde und jährlich anwächst. Und ganz zum Schluss genehmigten wir uns noch ein Stück Kuchen im Kunstcafé. Ich wurde zum Bahnhof nach Plaue gebracht und kurz vor meiner Abfahrt kam die Sonne nochmal raus. Was für ein Abschluss!
A look at the rain radar on the weather app: Whoo, 6 degrees, 8 at the most. Two weeks ago we still had around 30. Rain was forecast, but it stayed dry for the remaining hours. Our group broke up after breakfast. Some wanted to go to Leutchtenburg Castle, others to the castle museum. I was tied to my train. Katrin and Matthias took me to Plaue, where we looked at various art on the art trail, which is spread over several kilometres in the woods and fields and grows every year. And at the very end, we treated ourselves to a piece of cake at the art café. I was taken to the train station in Plaue and just before I left, the sun came out again. What a way to end the day!





















Ein kleines verrücktes Abenteuer bleibt noch. In Erfurt hatte ich genügend Zeit zum Umsteigen. Doch beinahe hätte ich meinen ICE nach Berlin verpasst, weil ich die Bahnsteige vertauscht habe und 14.30 auf dem Bahnsteig 8 stand, der Zug aber um 14.32 vom Bahnsteig 9 abfuhr.
One little crazy adventure remains. In Erfurt I had enough time to change trains. But I almost missed my ICE to Berlin because I mixed up the platforms and was standing on platform 8 at 14.30, but the train was leaving from platform 9 at 14.32.



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