… habe ich mich am Pfingstwochenende gefühlt. Nach Wochen von Arbeits- und Psychostress hatten wir es bitter nötig, Abstand von allem zu gewinnen. Ein 5k – Lauf, eine Radtour nach Bad Düben haben nicht so richtig gereicht, herunterzukommen. Und bis zum Sommerurlaub ist es noch verdammt weit. … is how I felt on the Whitsun…

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Wie eine Prinzessin … / Like a Princess…

… habe ich mich am Pfingstwochenende gefühlt. Nach Wochen von Arbeits- und Psychostress hatten wir es bitter nötig, Abstand von allem zu gewinnen. Ein 5k – Lauf, eine Radtour nach Bad Düben haben nicht so richtig gereicht, herunterzukommen. Und bis zum Sommerurlaub ist es noch verdammt weit.

… is how I felt on the Whitsun weekend. After weeks of commitment and mental stress, we really needed to get away from it all. A 5k run and a bike ride to Bad Düben weren’t really enough to bring me down. And the summer vacation is still a long way off.

Pfingsten – die letzten Feiertage der Feiertagsreihe im Mai. Meist werden diese von Lehrern für diverse Korrekturen von Abschlussprüfungen und Abiturarbeiten genutzt. Davon bin ich in diesem Jahr verschont geblieben. Erst im nächsten Jahr wird es haarig. Was soviel heißt wie: Raus aus Berlin, in die Natur, abschalten.

Whitsun – the last of the series of public holidays in May. These are usually used by teachers for various corrections to final exams and A-level papers. I was spared this year. It won’t get hairy until next year. Which means as much as: Get out of Berlin, into nature, switch off.

Wir haben in diesem Jahr noch gar nicht unser Kayak aus dem Keller geholt. Das wäre doch die Gelegenheit. Zwei Übernachtungen suche ich auf Booking.com. Am besten am Wasser – Mecklenburger Seenplatte. Und ich finde. Zwar nicht direkt am Kanal oder See, aber ein Schloss ca. 30 km von der Ostsee entfernt. Und das ist noch frei? Über die Feiertage? Ich glaube es nicht. Man kann sich sogar das Zimmer aussuchen. Ich wähle das etwas günstigere Mansardenzimmer und freue mich auf Entspannung im Jagdschlösschen.

We haven’t even got our kayak out of the cellar yet this year. This would be a great opportunity. I’m looking for two overnight stays on Booking.com. The best place is on the water – the Mecklenburg Lake District. And I find it. Not directly on the canal or lake, but a castle about 30 km from the Baltic Sea. And that’s still free? Over the holidays? I don’t believe it. You can even choose the room. I choose the slightly cheaper attic room and look forward to relaxing in the hunting lodge.

Ich werde sogar einen Tag vor Anreise angerufen, ob wir Frühstück wünschen. Ja, am besten im Bett!!! Was für ein Service. Nur der Wetterbericht scheint nicht mitspielen zu wollen.

I even get a call the day before arrival asking if we want breakfast. Yes, preferably in bed!!! What a service. Only the weather forecast doesn’t seem to want to play along.

Das Kayak nehmen wir mit und machen einen Abstecher ins Havelquellgebiet. Kratzeburg. Erinnerungen werden wach. Aber nicht nur deshalb habe ich diese Stelle ausgesucht. Dort gibt es keine Motorboote oder andere schwere Dampfer auf den Seen und Kanälen, die nur für Kanus, SUPs und Paddelboote geeignet sind. Da es noch ein bisschen Übung und Körperspannung bedarf nach dem Winter, das Kayak sehr wacklig ist, wollten wir nicht gegen hohe Wellen kämpfen und vor allem die Ruhe genießen.

We take the kayak with us and make a detour to the Havel spring area. Kratzeburg. Memories come flooding back. But that’s not the only reason I chose this spot. There are no motorboats or other heavy steamers on the lakes and canals, which are only suitable for canoes, SUPs and paddle boats. As we still need a bit of practice and body tension after the winter and it is very wobbly, we don‘t want to fight the high waves and above all wanted to enjoy the peace and quiet.

Doch es war recht windig. Der Wind kam von der Seite und wir kämpften uns über die Woblitz – der erste See der Havelseenreihe. Mein Hintermann klagte über meine Paddelkünste. Er war nass. Aber was kann ich denn dafür, wenn der Wind so blöd steht. Ich versuche eine andere Technik. Doch davon tun mir bald die Schultern weh. Die Ruhe war auch bald dahin. In der Ferne grölten betrunkene Kerle auf ihren Kanus. Ok, lass uns schnell zum Kanal kommen, weg von diesen Chaoten. Doch deren Gegröle war auch im Kanal zu hören. Die armen Vögel und Tiere. Nichts mit entspanntem Vogelgezwitscher. Wir paddelten bis zur Granziner Mühle, die von Pfingstausflüglern gut besucht wurde. Ich hatte meine Bedenken, dass wir dort etwas zu essen bekommen. Noch im Herbst, als ich dort wandern war, habe ich noch nicht einmal einen Kaffee bekommen. Personalmangel! Ja im Herbst fängt man schon an, alles winterfest zu machen. Inzwischen lässt man sich das Geschäft nicht mehr entgehen.

But it was quite windy. The wind came from the side and we struggled across the Woblitz – the first lake in the Havel lakes series. The person behind me complained about my paddling skills. He became wet. But what can I do if the wind is so stupid? I tried a different technique. But this soon made my shoulders ache. The calm was soon gone too. In the distance, drunken guys were bawling on their canoes. Okay, let’s get to the canal quickly, away from these chaotic people. But their roaring could also be heard in the canal. The poor birds and animals. No more relaxed birdsong. We paddled as far as the restaurant Granziner Mühle, which was well frequented by Whitsun day trippers. I was worried that we would get something to eat there. Even in the fall, when I was hiking there, I didn’t even get a coffee. Lack of staff! Yes, in the fall you start to get everything ready for winter. In the meantime, you can’t miss out on the business.

Wir paddelten noch ein Stück in den Schulzensee hinein und genossen die Quasi-Ruhe, Vogelgesang. Es wurde dunkel am Himmel. Blick auf den Regenradar. Oja, da könnte was herunterkommen. So traten wir den Rückweg nach Kratzeburg an. Und zurück paddelt man immer schneller als hin. Ein paar Tröpfchen trafen uns, aber kaum der Rede wert. Die grölenden Kanutypen kamen uns in ihren Kanus nebeneinander entgegen. Sehr schlau. Auf der Woblitz war es dann schon fast windstill. Ein gelungener Kayakauftakt.

We paddled a little further into the Schulzensee and enjoyed the quasi-quiet, birdsong. It was getting dark in the sky. A look at the rain radar. Oh yes, something could come down. So we set off on the way back to Kratzeburg. And paddling back is always quicker than paddling there. A few droplets hit us, but hardly worth mentioning. The roaring canoe types came towards us in their canoes side by side. Very clever. There was almost no wind on the Woblitz. A successful start to kayaking.

Nun noch zwei Stunden Autofahrt bis zur Überraschung – das Schloss Schlemmin. Ein kleines Anwesen mit diversen Teichen und einem Park und Nebengelass. Zur Entladung der Koffer fuhren wir mit dem Corsa bis vor die Tür. Das passt: Corsa vor dem Schloss. Einen Pagen gibt es noch nicht. Das Hotel wurde gerade erst eröffnet. Eine breite Treppe, die in die oberen Gemächer führt, hohe Fenster, ein Ambiente wie im 18. Jahrhundert. Mein Herz schlägt höher. Die Hausdame führt uns in das Mansardenzimmer. Leider haben wir keinen Fensterblick nach draußen. Es gibt Dachfenster und einige Schießscharten, durch die man aber nicht viel sieht. Aber dafür ist es die Mansarde. Das Zimmer ist groß, es ist sauber und sehr gemütlich. Wir genießen den Abend am und im Schloss. Nicht lange draußen, denn die Mücken attackieren uns unbarmherzig.

Now a two-hour drive to the surprise – Schlemmin Castle. A small estate with various ponds and a park and outbuildings. We drove the Corsa right up to the door to unload our suitcases. That fits: Corsa in front of the castle. There is no bellboy yet. The hotel had just opened. A wide staircase leading to the upper chambers, high windows, an 18th century ambience. My heart beats faster. The housekeeper leads us into the attic room. Unfortunately, we don’t have a window view outside. There are skylights and a few embrasures, but you can’t see much through them. But it is the attic. The room is large, clean and very cozy. We enjoy the evening in and around the castle. Not outside for long, because the mosquitoes attack us relentlessly.

Schloss Schlemmin ist ein Herrenhaus in Schlemmin im Landkreis Vorpommern-Rügen. Das im neugotischen Stil erbaute Gebäude wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen von Eduard Knoblauch für Wilhelm Ulrich von Thun errichtet. In den 1930er und 1940er Jahren stand das Schloss teilweise leer. 1943 ein Lazarett wurde eingerichtet. Ab 1944 wurden hier auch Flüchtlinge einquartiert. Nach dem 2. Weltkrieg wurden 160 Umsiedler im Schloss untergebracht und die Eigentümer entschädigungslos enteignet. Zu DDR-Zeiten gab es hier einen Konsum und eine Schule. Ab 1970 diente Schloss Schlemmin als Gästehaus der LPG Rotes Banner und beherbergte einige Bonzen des DDR Regimes. Ein sehr kurzer geschichtlicher Rückblick.

Schlemmin Castle is a manor house in Schlemmin in the district of Vorpommern-Rügen. The neo-Gothic-style building was constructed in the middle of the 19th century according to designs by Eduard Knoblauch for Wilhelm Ulrich von Thun. In the 1930s and 1940s, the castle was partially empty. A military hospital was set up in 1943. From 1944, refugees were also accommodated here. After the Second World War, 160 resettlers were housed in the castle and the owners were expropriated without compensation. In GDR times, there was a supermarket and a school here. From 1970, Schlemmin Castle served as a guest house for the LPG Red Banner and housed a number of bigwigs of the GDR regime. A very brief historical review.

Nach dem sehr empfehlenswerten und leckeren Frühstück ging es an die Ostsee. Eine halbe Stunde Autofahrt bis zum Darß. Wir beginnen in Arenshoop, der Künstlerort. Überall kleine Ateliers und Lädchen, aber Massen von Menschen. Kein Wunder – es war nicht sehr warm. Der Strand wiederum war fast leer. Wir kraxelten auf die Anhöhe und suchten uns ein luxuriöses Ferienhaus für unseren nächsten Urlaub an der Ostsee aus. Ein Eis muss drin sein und auch ein obligatorisches Fischbrötchen. Jedoch nicht in dieser Kombination. Prerow war das nächste Ziel. Dort war es auch nicht viel besser. Wir fanden nicht mal einen Parkplatz und fuhren gleich zum nächsten Strand – dem Sportstrand. Auch der war menschenleer. In der Ferne sah man ein paar Kitesurfer. Auch hier recht windig, keine Sonne, kalt. Ich zog mir alles an, was ich mit dabei hatte, zog Kapuze über und war vertieft in mein Buch. So vergingen die zwei Stunden ganz entspannt. Ins Wasser wäre ich eh nicht gegangen. Über Barth geht es zurück zum Schloss. Heute steht Spargel auf dem Programm. Und wir kommen uns bei dieser zuvorkommenden und freundlichen Bedienung nicht nur vor wie Prinz und Prinzession, sondern wie König und Königin. Ein Gewitter zog auf. Wir genießen die frische Luft auf der Terrasse bis die ersten Mücken kommen.

After a highly recommended and delicious breakfast, we headed to the Baltic Sea. Half an hour’s drive to the Darß. We start in Arenshoop, the artists‘ village. Small studios and shops everywhere, but crowds of people. No wonder – it wasn’t very warm. The beach was almost empty. We scrambled up the hill and chose a luxurious vacation home for our next vacation on the Baltic Sea. An ice cream is a must, as is the obligatory fish sandwich. But not in this combination. Prerow was our next destination. It wasn’t much better there either. We couldn’t even find a parking space and drove straight to the next beach – the sports beach. It was also deserted. We could see a few kite surfers in the distance. Here, too, it was quite windy, no sun and cold. I put on everything I had with me, put on my hoodie and immersed myself in my book. The two hours passed in a relaxed manner. I wouldn’t have gone into the water anyway. Back to the castle via Barth. Asparagus is on the agenda today. And with this courteous and friendly service, we didn’t just feel like prince and princess, but like king and queen. A thunderstorm rolled in. We enjoy the fresh air on the terrace until the first mosquitoes arrive.

Am Pfingstmontag bauen wir noch einmal das Paddelboot auf. Diesmal verschlägt es uns nach Mirow, in der Nähe der Müritz. Es sind wieder Gewitter angesagt, was so viel heißt wie: Wir sollten uns beeilen. An einer Kanustation lassen wir unser Kayak für 3,50 € zu Wasser. Wohin geht‘s? Vor uns scheint ein Kanal zu sein. Dann kommt eine Art Badestrand mit einem Café. Das klingt gut. Die Sonne scheint. Kaum zu glauben, dass es anders sein könnte. Und kaum ein Motorboot unterwegs. Allerdings sollte das nicht so bleiben. Wir ließen uns Zeit im Café, als wir zum Boot zurückkamen, bemerkte ich eine Gruppe Paddler, die ganz aufmerksam den Regenradar studierten und ausrechneten, wann die Wolke da sein würde. Braucht man nicht rechnen, man sieht sie schon. Wir nehmen die Paddel in die Hand und paddeln wie bekloppt durch Kanal, über den See. Wir erreichen die Kanustation noch trocken, bauen in Windeseile das Kanu auseinander, kommen nicht mehr dazu, jedes einzelne Teil trocken zu wischen, schmeißen alles ins Auto und dann bricht auch schon der Wasserfall auf uns ein. Glück gehabt, mal wieder. Wenn Engel reisen… Oder soll ich sagen: Wenn König und Königin auf Reisen gehen?

On Whit Monday, we set up the canoe once again. This time we head to Mirow, near the Müritz. Thunderstorms are forecast again, which means: We should hurry. We launch our kayak for €3.50 at a canoe station. Where are we going? There seems to be a canal ahead of us. Then there will be a kind of beach with a café. That sounds good. The sun is shining. It’s hard to believe it could be any different. And hardly a motorboat on the way. However, it wasn’t to stay that way. We took our time in the café and when we got back to the boat, I noticed a group of paddlers carefully studying the rain radar and calculating when the cloud would be there. No need to calculate, you can already see it. We pick up our paddles and paddle like mad through the canal and across the lake. We reach the canoe station still dry, build the canoe apart in no time at all, don’t get around to wiping every single part dry, throw everything in the car and then the waterfall hits us. Lucky, once again. When angels travel… Or should I say: when king and queen go on a journey?

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