Das ist Kreol. Was das heißt?! Findet es heraus.
Tag 10 auf Réunion.
Es soll einmal um die ganze Insel gehen, damit sich der Kreis auf Andreas Polarsteps-Landkarte endlich schließt. Außerdem ist uns der Osten noch ganz und gar unbekannt.
Und der Tag beginnt mal wieder außergewöhnlich – mit ’nem Frühstück auf dem Friedhofsvorplatz. Wir werden von einer Gruppe Menschen angesprochen. Die sahen ein bisschen eigenartig aus und warteten auf irgendetwas oder jemanden. Sie fragten uns aus und wollten alles wissen: was wir auf der Insel machen, wo es uns am besten gefällt … Und dann bemerkten sie unseren petit accent (kleinen Akzent). Ganz charmant. Kleiner Akzent. Es stellte sich heraus, dass wir an eine Gruppe Zeugen Jehovas geraten sind, die uns aber nicht versucht haben zu bekehren.
Wir starten unsere Umrundung in Richtung Norden – Saint-Denis. Es scheint, ein schöner Tag zu werden. Wir sind noch etwas planlos, tanken erst mal das Auto auf (1,56 €/l – überall der gleiche Preis). Das finde ich übrigens mal eine Ansage: keine ewig lange Suche nach der günstigsten Tanke – es kostet überall 1,56 €.
Nach Saint-Denis und Stadt ist uns überhaupt nicht. Wir fahren weiter in Richtung Saint-André und nehmen auf der Umrundung alle Heiligen mit: Saint-André, Saint-Benoît, Sainte-Anne …
In Saint-André landen wir auf einer Vanilleplantage. Ein betörender Geruch empfängt uns. Die Plantage öffnet erst um 11 Uhr zur Führung. Wir schauen uns deshalb nur um und entdecken sie auch ohne Führung. Neben Vanillepflanzen werden noch Passionsfrüchte angebaut. Wegen einer schlechten Ernte kann man jedoch keine Vanille kaufen.



Die nächste lustige Begebenheit ereignet sich in einer pharmacie. Wir halten den Verkehr auf. Alles war mit uns zwei Deutschen beschäftigt – bzw. wir unterhielten irgendwie den ganzen Laden. Eigentlich wollte Andrea nur ein Medikament besorgen, und wir kommen beide mit neuen Sonnenbrillen aus dem Laden. Für die zweite bekommen wir sogar 50 % Rabatt.

Halt an der Küste von Saint-André. Kleine Pause unter Vacoas-Palmen, Beine ausgestreckt auf dem grünen Rasen. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht die Zeit verpassen – beim einfach nur Starren auf die dahinplatschenden Wellen.


Andrea steuert unser Mädchenauto, ich navigiere uns an die verschiedensten Orte entlang der Ostküste. Traktoren und LKWs, voll beladen mit Zuckerrohr, kommen uns entgegen oder lassen uns langsam hinterher tuckeln. Das ganze Gebiet im Osten ist landwirtschaftlich geprägt: viele Plantagen – Bananen, Litschis, Mangos, Zuckerrohr über Zuckerrohr. Saftige Grüntöne und im Hintergrund der Cirque de Salazie. Wir können uns nicht sattsehen.



Wir erreichen das nächste Saint. Endlich mal ein feminines: Sainte-Anne. Aushängeschild ist eine wunderhübsche Kirche, die man aber seit einem bösen cyclone, der das Dach teilweise abgedeckt hat und die Fenster zerbarsten, nicht mehr betreten darf. Vor der Kirche ist als Ersatz ein riesiges Zelt aufgebaut.

Unsere Mägen fangen an zu knurren. Es ist 13:30 Uhr. Wir haben noch eine halbe Stunde, bis die Küchen schließen. Die Suche nach einem Restaurant gestaltet sich in dieser nicht so touristisch erschlossenen Region als schwierig. Wir landen in einer Art kreolischem Imbiss. Etwas rustikal die Einrichtung, aber das Hühnchencurry – eine riesige Portion, die für uns beide reichte – hat lecker geschmeckt.

Gestärkt kann es nun in den Süden weitergehen: Lavagebiet. Ich suche vier weitere Hotspots heraus: Notre-Dame-de-Lave, eine Obstplantage, das Lavafeld von 2007 bei Saint-Philippe und den Jardin des Parfums et Épices (ein Duftgarten).
Zwischendurch gibt es noch eine Hängebrücke, die wir zu Fuß überqueren. Heute kommen wir mit Sicherheit nicht auf unsere 10 000 Schritte. Ein bisschen Bewegung tut ganz gut.



Die Kirche Notre-Dame-de-Lave liegt inmitten eines Lavafeldes. 1977 ging ein Lavastrom des Piton de la Fournaise mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h in Richtung Sainte-Rose hinab, zerstörte ein ganzes Dorf und durchquerte die Kirche. Das Dorf existiert nicht mehr. Die Kirche hat man versucht, wieder aufzubauen. Und da steht sie jetzt – wie ein Mahnmal. Eine kleine Ausstellung erinnert an dieses Ereignis. Uns läuft eine Gänsehaut über den Rücken.

Auf der gesamten Weiterfahrt werden wir auf die verschiedenen Lavaabgänge des Piton de la Fournaise aufmerksam gemacht: Abgänge von 2001 bis 2007. Über die ersten wächst schon Gras, der von 2007 ist der letzte bisher, der das Meer erreichte. Ein riesiges Feld erstreckt sich von oben bis unten. Und der Vulkan selbst liegt eingeschlossen in einer Nebelwolke. Heimtückisch schmiedet er seinen nächsten Plan …


Die Obstplantage entpuppt sich als Fake. Da stehen zwar ein paar Bananen- und Litschibäume, aber von einem kultivierten Anbau kann keine Rede sein. Sieht eher verlassen aus. Dschungel – im wahrsten Sinne des Wortes. Dennoch auch wieder ein Erlebnis.


Im Jardin des Parfums hatten wir etwas mehr Glück. Eine enge Straße führt hinauf in diesen Garten. Wir werden von seltenen Düften willkommen geheißen, durchqueren den Garten und erfreuen uns an den erstaunlichsten Pflanzen und Blüten. Man kann sich darin verlaufen, wenn man nicht aufpasst – ein kleiner Irrgarten.




Das war die letzte Station. Der Kreis schließt sich nun endlich. Wir sind einmal rum. Auf direktem Wege sollte es nach Saint-Leu zurückgehen. Unser Navi schlägt uns einen Schleichweg vor, um den Stau von Saint-Pierre zu umgehen – was wir gern annehmen. So können wir endlich ohne Nebelwolken das Panorama von Cilaos genießen. Aber irgendwie werden wir auf eine falsche Spur geschickt und landen im Zuckerrohrfeld. Wir müssen da durch – ein zerfahrener Feldweg, die untergehende Sonne blendet und macht es uns noch schwerer, ohne Schaden diese Hürde zu passieren. Wir schaffen es mit ganz viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Am Ende schlagen wir die Hände über dem Kopf zusammen und schütteln uns. Wie war das noch mal: No risk, no fun!

Zum Sonnenuntergang haben wir es nicht ganz geschafft, zurück zu sein. Aber wir durften das Abendrot am Himmel erneut genießen.

Und – habt ihr rausbekommen, was die Überschrift heißt? Fragt ChatGPT!
Nou fé pa semi zafèr
This is Creole. What does that mean?! Find out.
Day 10 on Réunion.
We’re planning to drive all the way around the island so that the circle on Andrea’s Polarsteps map finally closes. Plus, the east is still completely unknown territory to us.
And once again, the day starts off in an unusual way – with breakfast on the cemetery square. We’re approached by a group of people. They looked a bit odd and seemed to be waiting for something or someone. They started asking us questions and wanted to know everything: what we’re doing on the island, where we like it best … And then they noticed our petit accent. Quite charming. A little accent. Turns out we’d run into a group of Jehovah’s Witnesses – but they didn’t try to convert us.
We set off on our island circuit heading north – Saint-Denis. It looks like it’s going to be a beautiful day. We don’t have much of a plan yet, so first we fill up the car (1.56 €/l – same price everywhere). I have to say, that’s something I really appreciate: no endless search for the cheapest gas station – it’s 1.56 € everywhere.
We’re not in the mood for Saint-Denis or city life at all. So we keep going toward Saint-André, collecting all the Saints along the way: Saint-André, Saint-Benoît, Sainte-Anne …
In Saint-André, we end up on a vanilla plantation. A heavenly scent greets us. The plantation doesn’t open for guided tours until 11 a.m., so we just wander around and explore it on our own. Besides vanilla plants, they also grow passion fruit. Because of a poor harvest, though, there’s no vanilla for sale.
The next funny episode happens at a pharmacie. We’re holding up traffic. Everyone in the shop seems to be focused on the two Germans – somehow we’re entertaining the whole place. Andrea only wanted to buy a medicine, and we both walk out with new sunglasses. We even get 50% off the second pair.
Stop at the coast near Saint-André. A little break under vacoas palms, legs stretched out on the green grass. We have to be careful not to lose track of time – just staring at the waves splashing ashore.
Andrea drives our little girl car; I navigate us to different spots along the east coast. Tractors and trucks loaded with sugarcane come toward us or chug slowly in front of us. The whole eastern region is agricultural: lots of plantations – bananas, lychees, mangos, sugarcane everywhere. Lush shades of green, and in the background the Cirque de Salazie. We can’t get enough of it.
We reach the next Saint – finally a feminine one: Sainte-Anne. Its showpiece is a gorgeous little church that you can’t enter anymore since a nasty cyclone tore off parts of the roof and shattered the windows. In front of the church, they’ve set up a huge tent as a replacement.
Our stomachs start to growl. It’s 1:30 p.m. We’ve got half an hour left before the kitchens close. Finding a restaurant in this less touristy region turns out to be tricky. We end up in a kind of Creole snack bar. The interior is a bit rustic, but the chicken curry – a huge portion, enough for both of us – tastes great.
Refueled, we head south: lava territory. I look up four more hotspots – Notre-Dame-de-Lave, a fruit plantation, the 2007 lava field near Saint-Philippe, and the Jardin des Parfums et Épices (a garden of scents and spices).
Along the way there’s even a suspension bridge we cross on foot. We’ll definitely not reach our 10,000 steps today, but a bit of movement feels good.
The church of Notre-Dame-de-Lave lies right in the middle of a lava field. In 1977, a lava flow from the Piton de la Fournaise came rushing toward Sainte-Rose at 50 km/h, destroying an entire village and cutting straight through the church. The village no longer exists. They’ve tried to rebuild the church, and there it stands now – like a memorial. A small exhibition inside recalls the event. We both get goosebumps.
As we continue driving, we see signs marking the different lava flows from Piton de la Fournaise – from 2001 to 2007. The oldest ones are already overgrown with grass; the 2007 flow was the last one to reach the sea. A huge field stretches from the top down to the water. The volcano itself sits hidden inside a cloud of mist – deviously plotting its next move …
The fruit plantation turns out to be a fake. There are a few banana and lychee trees, but it’s hardly cultivated – more like abandoned jungle. In the truest sense of the word. Still, another experience.
We have better luck at the Jardin des Parfums. A narrow road leads up to the garden. We’re greeted by rare fragrances, wander through the grounds, and marvel at the most astonishing plants and blossoms. You could easily get lost in there if you’re not careful – a little maze.
That was the last stop. The circle finally closes. We’ve gone all the way around. The plan is to head straight back to Saint-Leu. Our GPS suggests a shortcut to avoid the traffic jam in Saint-Pierre – we gladly accept. At last, we can enjoy the panorama of Cilaos without the fog. But somehow we get misdirected and end up in a sugarcane field. We have to push through – a rutted dirt track, the setting sun blinding us, making it even harder to get through unscathed. We manage it, though, with lots of patience and finesse. In the end, we throw up our hands and just shake our heads. How does it go again? No risk, no fun!
We didn’t quite make it back in time for the sunset, but we got to enjoy the evening glow in the sky once more.
And – did you figure out what the title means? Ask ChatGPT!
Hinterlasse einen Kommentar