Mein letzter Blog endete gestern mit: „Aurora nicht in Sicht.“ Kaum hatte ich ihn gepostet, riss mich ein eindringlicher Alarm aus dem Halbschlaf. Auroraalarm!!! Jetzt! Moderat. KP-Index 3. Ich war gerade erst weggedämmert – und plötzlich hellwach. In der Aufregung fand ich meine Sachen nicht sofort, wollte schon ohne Socken los und auch die Brille…

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Zwischen Flutlicht und Polarlicht

Mein letzter Blog endete gestern mit: „Aurora nicht in Sicht.“ Kaum hatte ich ihn gepostet, riss mich ein eindringlicher Alarm aus dem Halbschlaf. Auroraalarm!!! Jetzt! Moderat. KP-Index 3. Ich war gerade erst weggedämmert – und plötzlich hellwach.

In der Aufregung fand ich meine Sachen nicht sofort, wollte schon ohne Socken los und auch die Brille war nicht gleich griffbereit. Schnell, schnell – sonst ist sie wieder weg. Ich öffne unsere Wohnungstür und direkt gegenüber leuchtet der Nachthimmel grün. Jaaaa, endlich. Die Endorphine spielten verrückt. Ich hüpfte die Treppe hinunter und vergaß für einen Moment sogar das Kniezwicken.

Bei –22 Grad und spätabends um 23 Uhr jagten wir dem Polarlicht hinterher. Doch mit jedem Meter, mit jeder Minute wurde es schwächer. Es war so eisig kalt, wir drehten um. Mit bloßem Auge war nichts mehr zu sehen.

Mitten in der Nacht kam noch ein weiterer Alarm. Doch diesmal zogen Wolken auf, und sie war nur noch ganz schwach erkennbar.

Nach diesem Abenteuer mussten wir etwas länger schlafen. Die Sonne geht ja ohnehin erst um 9.30 Uhr auf. Der Tag blieb überwiegend grau bei immer noch –15 Grad.

Die Temperaturen schwankten von Liftstation zu Liftstation. An der einen waren es –10, oben am Berg –6. Trotzdem fühlte es sich dort deutlich kälter an als im Tal. Merkwürdig.

Wir erkundeten das Skigebiet und erweiterten unseren Horizont um einen weiteren Abhang. Was für eine herrliche, breite und fast menschenleere Piste. Entscheidung gefallen – das wird heute unser Hang. Die Parallelpiste war fest in Snowboarderhand. Wir blieben auf der Nr. 6 (sehr origineller Name).

Am Ende der Piste wartete eine Grill- und Aufwärmhütte. Wir probierten Rentierwürstchen. Kann man essen. Gestärkt und durchgewärmt nahmen wir die übrigen Pisten in Angriff und fuhren so lange, bis die Finger fast erfroren waren. Zu viel versucht zu fotografieren oder zu filmen. Also: Kakao-Aufwärmrunde im Restaurant.

Bevor es um 17 Uhr zurückging, fuhren wir noch einmal alle Pisten ab. Es gibt vereinzelt sogar Lifte mit Popoheizung und Windschutzhaube. So wurde uns heute wenigstens nicht ganz so kalt.

Im Flutlicht ging es hinab zum Zeropoint. Die Strecke vom Berg zurück zur Ausgangsstation zieht sich, man kommt nicht so richtig in Schwung. Doch der Blick auf den rot eingefärbten Himmel am Horizont lässt die Strapazen vergessen. Diese Sonnenuntergänge und Himmelsspektakel machen regelrecht süchtig.

Und gerade eben gab es schon wieder einen Auroraalarm. Ganz schwach. Wir warten noch ein bisschen.

Between floodlights and polar lights

My last blog ended yesterday with: “No aurora in sight.” Hardly had I posted it when a piercing alarm jolted me awake. Aurora alert!!! Now! Moderate. KP index 3. I had almost fallen asleep—and suddenly I was wide awake.

In the excitement I couldn’t find my things right away, was about to leave without socks, and my glasses weren’t immediately at hand either. Quick, quick—otherwise it’ll be gone again. I open our apartment door and right across from us the night sky is glowing green. Yessss, finally. Endorphins went wild. I hopped down the stairs and, for a brief moment, completely forgot about my aching knee.

At –22 degrees and late at night, at 11 p.m., we chased the northern lights. But with every meter, with every minute, they grew weaker again. It was bitterly cold; we turned back. You couldn’t see anything anymore with the naked eye.

In the middle of the night there was another alert. But this time clouds rolled in, and it was only faintly visible.

After this adventure, we had to sleep a bit longer. The sun doesn’t rise until 9:30 anyway. The day stayed mostly grey, with temperatures still around –15 degrees.

The temperatures varied from lift station to lift station. At one it was –10, up on the mountain –6. Yet it felt much colder up there than in the valley. Strange.

We explored the ski area and expanded our horizon by one more slope. What a wonderful, wide, almost deserted run. Decision made—this would be our slope today. The parallel run had been taken over by snowboarders. We stuck to No. 6 (a very original name).

At the end of the slope there was a grill and warming hut. We tried reindeer sausages. You can eat them. Fortified and warmed up, we tackled the other runs and skied until our fingers were almost frozen. Tried too hard to take photos or shoot videos. So: a hot-chocolate warm-up round in the restaurant.

Before heading back at 5 p.m., we skied all the runs once more. There are even a few lifts with heated seats and wind-protection hoods. So today, at least, we didn’t get quite as cold.

Under floodlights we headed down to the Zero Point. The route from the mountain back to the base station drags on; you never really get into a flow. But the view of the red-tinted sky on the horizon makes you forget the exertion. These sunsets and sky spectacles are downright addictive.

And just now there was yet another aurora alert. Very faint. We’re waiting a little longer.

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