Und nun bin ich schon in Lissabon. Ein zweieinhalb-Stunden Flug von Palermo. Gute Anbindung vom Flughafen in die Stadt mit Bus und Metro, dem Fortbewegungsmittel No. 1, wenn man schnell von A nach B kommen möchte. Aber das eigentliche öffentliche Verkehrsmittel, um Lissabon als Besucher kennenzulernen, ist die Electrico – die gelbe alte Straßenbahn. Es gibt davon einige Linien. Wenn man mehrere Stadtteile mitnehmen möchte, fährt man mit der No. 28 von der U-Bahnstation Martim Moniz bis zur Endstation durch. Kein gesondertes Ticket – die Tickets der Carris und Viagem sind alle gültig. Ich habe mir für 6.50 € ein 24 h Ticket gekauft und konnte damit alles nutzen, auch historische Aufzüge. Kein extra Aufpreis! Zurück zur E28. In Reiseführern wird beschrieben, wie eine solche Fahrt damit aussieht und das alles stimmt. Enge Straßen, bergauf, bergab, quiiiieeetsch, ruckelruckel…. Am besten nur mit Sitzplatz, sonst fliegt man durch die ganze Bahn. Es war so surreal auf den ersten Moment. Da sitze ich in der Bahn – sogar mit WiFi – lass mich durchschüttteln und weiß gar nicht, wo ich aussteigen soll.







Durch Lissabon fahrend oder laufend hatte nicht nur mein Fuß zu tun. Meine Augen scannten jede Ecke ab. Manchmal vergaß ich völlig, ein Bild von den kuriosen, irren Sachen zu machen, die mir da über den Weg liefen. Ich hatte bis zur Abreise nach Lissabon noch nicht einmal einen Plan, was ich mir anschauen möchte. Der Reiseführer schlug so vieles vor. Wo soll ich denn da anfangen??? Und was macht am besten, wenn man nur zwei Tage hat? – Die viel zu wenig waren. Das heißt, ich muss nochmal hierher kommen, wie an allen Orten, wo ich bisher war.
Ich entschied mich am ersten Tag für die Alfama und das Castelo. Mit der E28 fährt man durch die Alfama und kann von dort gut das Castelo erobern. An einem Miradouro – Aussichtspunkt – stieg ich aus und lief erstmal die Gassen hinab bis zum Hafen, am Hafen entlang bis ich zum Saramago Museum kam. Da wollte ich auch rein, und weil ich schon zufällig hier gelandet bin, schaute ich es mir auch an. Leider wurde alles nur in portugiesisch erklärt, verstand somit null, aber die Anlage des Museums mit verwinkelten Treppen, angelegt wie in einem Labyrinth war schon sehr sehenswert. Das Viertel ist sehr bekannt für die comicartigen Wandgemälde, die man tatsächlich suchen muss. Seit langem habe ich mal wieder einen Papierstadtplan verwendet, nicht Googlemaps. Und ich kann es noch!




Azulejos begegnen einem überall in der Stadt, wahrscheinlich auch in ganz Portugal. Man findet sie in der Metro, überall an den Häusern, Kirchen, Mauern. Für einen Besuch des Azulejo Museums hat die Zeit leider nicht gereicht. Muss ich unbedingt nachholen. Stattdessen habe ich ein paar Untersetzer gekauft.






Geschafft habe ich das Castelo – ein schön anstrengender Weg nach oben auf die Burg, von der sich an allen Ecken ein wunderbarer Blick auf die Stadt eröffnet. Ich bin sowas von ins Schwitzen gekommen. Habe mich irritieren lassen: als ich aus dem Hotelfenster schaute, liefen da Menschen mit dicken Jacken, wie im tiefsten Winter. Die Sonne schien und es sollte um die 15 Grad warm werden. Es wurden 21 am 9. November. Auf der Festung konnte man fast jedes Türmchen besteigen oder zu seinem Privattürmchen für eine kleine Pause machen, die Aussicht genießen, so wie ich. Und es gibt mehrere Attraktionen zu sehen wie eine Camera Obscura Vorführung, die ich mitnahm. Diesmal in Englisch und danke, man hat noch ein paar Hinweise bekommen, was man noch machen könnte in dieser Stadt.





Baixa und Chiado
Diese Stadtviertel nahm ich mir dann für den zweiten Tag vor. Nach einem bisschen Stress mit Hotelzimmerwechsel – ich bekam nämlich Besuch auf meinem letzten Teil der Südeuropatour- und Check-in für den Flug nach Funchal / Madeira schaffte ich es erst um 10 Uhr aus dem Hotel zu kommen und fuhr deshalb ohne Umwege mit der Electrico zu nehmen, mit der Metro direkt in diese Viertel. Ich suchte den Elevador Santa Juste, ein interessantes Bauwerk von 1902, der Stadtlift, mit dem man in den Stadtteil Chiado hinunterfahren, bzw. in den Stadtteil Baixa hinauffahren kann. Und wieder mit dem ganz normalen Ticket der Verkehrsbetriebe. Ich fuhr hinunter in die Chiado. Viele Menschen wollten nach oben, eine Riesenschlange… Na, da habe ich ja mal wieder alles richtig gemacht.



Die Chiado ist das Schickimicki Viertel von Lissabon. Von dem Platz Rossio lief ich die Rua Augusta (Lissabons Kudamm) bis zum Teijo hinunter. Man bereitet sich schon überall auf Weihnachten vor. So unreal für mich: Sonne, über 20 Grad und da steht da ein Blumenstand mit Sonnenblumen und daneben ein XXL Plastikweihnachtsbaum.









Mein Highlight des Tages war eine private Führung durch die Puppenklinik auf der Praca da Figueria – das Hospital das Bonecas. Ganz unscheinbar zwischen Fußballladen und anderem Kommerztempel.





Ich holte meinen Besuch vom Flughafen ab und wir genossen einen entspannten letzten Abend in Lissabon. Morgen geht es dann schon weiter nach Madeira – mein letztes Ziel der ersten Reise.




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