Das Thermometer ist eingefroren und zeigt immer noch –15 Grad Celsius an. In Berlin sind es –11, also nicht viel wärmer: eisiger Wind und grau. Ich kann kurz mitfühlen, bin aber schon wieder hier. Keine Wolke am Himmel und windstill. Es scheint ein schöner Ski-Abfahrtstag zu werden. Keine Stromausfälle am Morgen. Reguläres Frühstück mit Rührei…

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Valoa pakkasessa – Im Eislicht des Nordens

Das Thermometer ist eingefroren und zeigt immer noch –15 Grad Celsius an. In Berlin sind es –11, also nicht viel wärmer: eisiger Wind und grau. Ich kann kurz mitfühlen, bin aber schon wieder hier. Keine Wolke am Himmel und windstill. Es scheint ein schöner Ski-Abfahrtstag zu werden.

Keine Stromausfälle am Morgen. Reguläres Frühstück mit Rührei und Kaffee.

Wir wollen unsere Langlaufausrüstung gegen Abfahrtsski tauschen und müssen erst einmal warten. Heute ist hier sogar noch mehr Betrieb als gestern. Glücklicherweise haben wir unsere eigenen Skistiefel dabei und müssen nicht ewig anprobieren. Das spart Zeit, die wir dann in der Eiseskälte am Abhang verbringen.

Das Skigebiet ist übersichtlich. Wir müssen nicht lange überlegen, wohin wir wollen, und probieren alles einmal aus. Der erste Lift: mit Eiskruste. Die unbeheizte Gondel, aus der man durch eine Eisschicht nach draußen schaut. Wir sind bekloppt! Aber in Österreich sind Plusgrade. Eine Talabfahrt kann man sich da wohl sparen.

Und wir haben hier auch Sonne, wenn auch nur für wenige Stunden am Tag. Dafür ist das Licht einfach fantastisch. Ich kann mich an dieser Landschaft einfach nicht sattsehen. Ein einzelner Berg mitten in der verschneiten, eisigen Tundra. Ich möchte unaufhaltsam fotografieren. Es kommt nur nicht viel dabei heraus – die Finger frieren sofort zu Eis. Die Ausbeute ist dementsprechend. Tut mir leid, aber dafür sind die wenigen Fotos sehr schön.

Beim Aussteigen aus dem Lift gab es einen kleinen Unfall. Es war so vereist, und der Lift gab uns kaum Zeit zum Wegfahren. Wir blieben hängen und fanden uns auf dem Boden wieder. Ich kam nicht gleich wieder hoch, mein Knie hat es etwas verdreht. Und wie es der Zufall so wollte, hob mich eine Frau wieder auf, die zu meiner Studienfreundin und ehemaligen Kollegin Heike gehörte. Völlig vermummt spricht Heike mich an. Sofort wiedererkannt. Haha. Die Welt ist so klein. Oder besser gesagt: dieses Skigebiet.

Das Knie muckert etwas, hält mich aber nicht vom Skifahren ab. Wir fahren so lange, bis mir die Finger fast abfrieren.

Mein Visier friert auch ständig zu. Eigentlich sollte es doch Kälteschutz sein. Doch irgendwie habe ich den Trick noch nicht raus, dieses als solches auch zu nutzen. Der Fahrtwind zieht unter den Helm und friert mein Gehirn ein. Klappe ich es runter, sehe ich nur die Hälfte. Oder der Wind zieht von der Seite rein und lässt meine Augen tränen.

Pause im Restaurant an der Gondel. Aufwärmen bei heißer Schokolade und Tee.

Und noch eine Runde im Sonnenuntergang. Geil!!! Dieser hellblau-rosagefärbte Himmel, der rote Sonnenballon. Und wieder schnell, schnell: Handy raus, Handschuh ab, knipps.

Wir haben eine Sauna. Bei 90 Grad wird alles wieder aufgetaut. Und das Knie?! Hmmm, mal schauen, wie es morgen aussieht.

Fehlt uns nur noch ’ne Aurora. ✨

Valoa pakkasessa – In the frozen light of the North

The thermometer is frozen and still reads –15 degrees Celsius. In Berlin it’s –11, so not much warmer: icy wind and grey skies. I can empathize for a moment, but I’m already back here. Not a cloud in the sky and no wind. It looks like it’s going to be a beautiful downhill skiing day.

No power outages in the morning. Regular breakfast with scrambled eggs and coffee.

We want to swap our cross-country gear for downhill skis and first have to wait a bit. There’s even more business here today than yesterday. Luckily, we have our own ski boots with us and don’t have to try on endless pairs. That saves time — time we then spend in the icy cold on the slope.

The ski area is manageable. We don’t have to think long about where to go and try everything once. The first lift: covered in a crust of ice. The unheated gondola, from which you look outside through a layer of ice. We’re insane! But in Austria there are temperatures above zero. You can probably forget about a valley run there.

And we have sun here too, even if only for a few hours a day. But the light is simply fantastic. I can’t get enough of this landscape. A single mountain in the middle of a snowy, icy tundra. I want to photograph endlessly. Not much comes of it, though — my fingers freeze into ice immediately. The yield is accordingly small. Sorry about that, but the few photos are very beautiful.

When getting off the lift, there was a small accident. It was so icy, and the lift didn’t give us much time to ski away. We got caught on it and found ourselves on the ground. I didn’t get back up right away; my knee twisted a bit. And, as chance would have it, the woman who helped me up belonged to my fellow student and former colleague Heike. Completely bundled up, Heike speaks to me. Recognized immediately. Haha. The world is so small. Or rather, this ski area is.

The knee is acting up a bit but doesn’t stop me from skiing. We ski until my fingers almost freeze off.

My visor is constantly freezing up too. It’s supposed to protect against the cold, but somehow I haven’t figured out how to use it for that purpose. The wind blows under my helmet and freezes my brain. If I flip it down, I can only see half of what’s going on. Or the wind blows in from the side and makes my eyes water.

Break at the restaurant by the gondola. Warming up with hot chocolate and tea.

And one more run at sunset. Awesome!!! That light blue–pink colored sky, the red balloon of the sun. And again, quick, quick — phone out, glove off, click.

We have a sauna. At 90 degrees, everything thaws out again. And the knee?! Hmmm, we’ll see how it looks tomorrow.

All that’s missing now is an aurora.

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