Der Frühling ließ in diesem Jahr auf sich warten. Ostern war schon ins Wasser – oder besser gesagt: in den Wind – gefallen. Und auch die langersehnten Wochenenden nach Ostern waren nicht besser.
Ach, immer dieses Wetter. Meinen Kleiderschrank habe ich trotzdem schon auf Sommer umgestellt. Irgendwann muss es doch mal wärmer werden. Wie lange soll ich morgens auf dem Rad noch Handschuhe tragen?! Es reicht.
Besserung in Sicht: Letztes Wochenende noch kühl und windig, aber immerhin sonnig.
Blütenfest in Werder. Solange wir in Berlin leben, habe ich es kein einziges Mal geschafft, mir dieses Blütenfest anzuschauen. Und dieses Jahr scheint irgendetwas anders zu sein, wenn dieses Ereignis sogar einen Platz in der Tagesschau bekommt. Kein Jubiläum, aber Veränderung. Während es in den letzten Jahren in Rummel und Kirmes – à la Oktoberfest – ausartete, ist es nun ruhiger geworden: weniger Rummel, weniger Obstweinleichen, weniger Menschen.
Okay, dann lass uns das mal anschauen. Ich hatte zwar die Befürchtung, dass die Regionalbahnen nach Werder komplett zugestopft sein würden, aber angeblich sollten ja weniger Menschen unterwegs sein. Der RE1 fährt alle halbe Stunde – wir fanden Platz, sogar für unsere Fahrräder.
Man hätte auch für 10 € den Blütenbus vom Bahnhof nehmen und sich von Hof zu Hof chauffieren lassen können. Doch der fuhr nur alle 20 Minuten und war überfüllt. Die Wege zu den einzelnen Höfen sind gut ausgebaute Radwege. Es geht zwar ab und zu steil bergauf, aber dafür habe ich ja eine Motorisierung. Wir waren also auf keinen Chauffeur angewiesen und konnten auch abgelegenere Höfe anfahren.






Was ist das Besondere an diesen Höfen – oder besser gesagt: Obstgärten? Zunächst einmal die Blüten von Apfel-, Birnen- und Aprikosenbäumen und so weiter. Die Kirschblüte war leider schon fast vorbei. Man kann sich auf Bänke unter die Bäume setzen, Obstwein probieren, leckeren Kuchen essen oder Kaffee trinken.





Wir steuerten kleinere Obstgärten an und mieden die Bambulehöfe mit Rummel und Après-Ski-Musik. Die Sonne schien, und unter den Bäumen summten die kleinen Majas. Die Blüten dufteten. Wozu nach Japan fahren? Kirschblüten haben wir auch.






Apropos Kirschblüte: Dieses Jahr kam sie mir besonders intensiv vor. Unsere Straße ist regelrecht explodiert. Bald wird die Bernhard-Lichtenberg-Str. wohl im April zum Touristenmagneten.

Between Headwinds and a Blossom High
Spring took its time arriving this year. Easter was a washout—or rather, blown away by the wind. And the long-awaited weekends after Easter weren’t any better.
Ah, this weather. I switched my wardrobe over to summer anyway. It has to get warmer at some point. How much longer am I supposed to wear gloves on the bike in the mornings?! Enough already.
There are signs of improvement: last weekend was still cool and windy, but at least it was sunny.
The Blossom Festival in Werder. Since we’ve lived in Berlin, I’ve never once managed to check it out. And this year something seems different if the event is even making it onto the national news. No anniversary, but a change. While in recent years it had turned into something like a fairground or Oktoberfest-style spectacle, it’s now become calmer: less hustle, fewer fruit-wine casualties, fewer people.
Okay then—let’s take a look. I was worried the regional trains to Werder would be completely packed, but supposedly there were fewer visitors this year. The RE1 runs every half hour—we found seats, even for our bikes.
You could also take the “Blossom Bus” from the station for €10 and be chauffeured from orchard to orchard. But it only ran every 20 minutes and was overcrowded. The routes between the orchards are well-developed bike paths. There are occasional steep climbs, but that’s what my motor is for. So we didn’t need a chauffeur and could also reach the more remote spots.
What’s so special about these places—these orchards? First of all, the blossoms: apple, pear, apricot, and so on. The cherry blossoms were already almost over. You can sit on benches beneath the trees, sample fruit wine, eat delicious cake, or have a coffee.
We headed for smaller orchards and avoided the louder spots with fairground vibes and après-ski music. The sun was shining, and beneath the trees the little bees were buzzing. The blossoms were fragrant. Why travel all the way to Japan? We have cherry blossoms too.
Speaking of cherry blossoms: this year they felt especially intense. Our street practically exploded with them. Soon, Bernhard-Lichtenberg Street might become a tourist magnet every April.
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