Mauritius mitten in Deutschland? Funktioniert erstaunlich gut. Zumindest für einen Abend. Für mich war es das zweite Mal, dass ich bei der MGA dabei war. Vor zwei Jahren in Hannover noch ziemlich neu in dieser Runde, gehörten wir diesmal schon fast dazu. Na ja, zumindest zur Fraktion Freunde. MGA steht für Mauritian-German Association. Einmal im…

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Mauritius mitten im deutschen Herbst

Mauritius mitten in Deutschland? Funktioniert erstaunlich gut. Zumindest für einen Abend. Für mich war es das zweite Mal, dass ich bei der MGA dabei war. Vor zwei Jahren in Hannover noch ziemlich neu in dieser Runde, gehörten wir diesmal schon fast dazu. Na ja, zumindest zur Fraktion Freunde.

MGA steht für Mauritian-German Association. Einmal im Jahr treffen sich Mauritier, die in Deutschland leben, arbeiten oder studieren, mit ihren Familien und Freunden irgendwo in der Republik. Um ihre Kultur zu zelebrieren, gut zu essen, zu tanzen, zu singen und natürlich ausgiebig zu feiern.

In diesem Jahr trafen wir uns in Marl, der Stadt des Präsidenten Ashock, oder genauer gesagt im Tennisclub Dorsten.

Da wir beim Präsidenten persönlich Unterkunft fanden, ließen wir uns natürlich auch in die Vorbereitungen einbeziehen. Gleich nach dem Frühstück brachen wir zum Tennisclub auf. Unsere Aufgabe: Dekoration der Location. Fähnchen und Wimpel aufhängen, Blumen und Bananenblätter arrangieren.

Ich übernahm das Falten der Servietten. Bin darin nicht gerade ein Experte, deshalb musste ich erst einmal ein paar YouTube-Tutorials befragen. So entschied ich mich für Seerosen – passend zum Fest.

Nach getaner Arbeit blieb noch etwas Zeit bis zum Fest. Also machten wir einen kleinen Abstecher zu einem Hofladen in der Nähe. Und dort ließ sich nun wirklich nicht mehr leugnen, wo wir uns befanden: nicht auf Mauritius, sondern mitten im deutschen Herbst. Kürbisse in allen Größen, Formen und Farben, fantasievoll zu kleinen Installationen arrangiert. Nur das Wetter spielte nicht so recht mit beim Herbstgefühl. Es war der 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, und der Herbsttag fühlte sich noch einmal wie Sommer an. Klein und Groß genossen die Sonne, die frische Luft und die Kürbiswelt.

So viel deutscher Herbst musste reichen. Danach ging es zurück zu Bananenblättern, Sega und Mauritius Feelings.

Um 19 Uhr wurde die MGA-Party von einer Tanzgruppe, bestehend aus mauritischen Tänzerinnen und Tänzern und einem Deutschen, mit einem Medley aus Tänzen von Sega über Discofox bis hin zu indischen Tänzen eröffnet. Phänomenal, wenn man bedenkt, dass sich diese Gruppe erst kurz vorher gefunden hatte und gar nicht viel Zeit zum Proben blieb.

Es wurde auch sonst viel getanzt, gesungen und Musik gemacht. Man traf alte Bekannte und lernte neue Leute kennen. Und für mich führte dieser Abend irgendwie auch zurück nach Woronesch. Dort hatte ich während meines einjährigen Studienaufenthaltes drei Mauritier kennengelernt, darunter Ashock – und damit begann eigentlich meine ganz persönliche Verbindung zu Mauritius. Und nun, viele Jahre später, trafen sich einige der damaligen Kommilitonen ausgerechnet auf einer mauritischen Party in Marl wieder. Mit dabei war auch David aus England, der inzwischen schon eine Ewigkeit in Deutschland lebt. Manchmal nimmt das Leben schon interessante Umwege: von Woronesch über Mauritius nach Marl. Neben Kreolisch und Deutsch wurde an diesem Abend deshalb auch Russisch und Englisch gesprochen.

Gegen Mitternacht wurden die Mikrofone rausgeholt – Karaoke. Wer nicht singt, solle 10 € zahlen. Hmm, sind noch einmal drum herumgekommen, denn Bollywood und kreolische Popsongs gehören nicht ganz zu meinem Repertoire. Es hat auch ohne aktive Teilnahme einfach nur Spaß gemacht, zuzuschauen, mit wie viel Begeisterung vor allem die jungen Menschen sangen und tanzten. Ganz offensichtlich fühlten sie sich zu Hause im fernen Mauritius: Strand, Indischer Ozean, Palmen, blauer Himmel und Sonne auf der Leinwand.

Die Anfahrt nach Marl mit all den Hindernissen am Vortag war schon fast vergessen. Es hat sich gelohnt und tat gut, nach langer Zeit Menschen wiederzutreffen und neue Bekanntschaften zu machen.

Und die Zugfahrt zurück nach Berlin? Nicht über Hamburg. Eine halbe Stunde Verspätung. Nicht der Rede wert.

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Ashock und Jana für ihre wundervolle Gastfreundschaft. Bis nächstes Jahr – zur MGA 2027. Wo auch immer sie stattfindet, wir kommen ganz bestimmt.

Mauritius in between the German autumn

Mauritius in the middle of Germany? Surprisingly, it works. At least for one evening. For me, it was my second time at an MGA event. Two years ago in Hanover, I was still pretty new to the crowd. This time, I almost felt like I belonged. Well, at least to the friends’ section.

MGA stands for Mauritian-German Association. Once a year, Mauritians who live, work or study in Germany get together somewhere in the country, along with their families and friends. To celebrate their culture, enjoy good food, dance, sing and, of course, have a proper party.

This year, we met in Marl, home of MGA president Ashock – or, to be more precise, at a tennis club in Dorsten.

Since we were staying with the president himself, naturally we got involved in the preparations too. Straight after breakfast, we headed to the tennis club. Our mission: decorate the venue. Hang up flags and bunting, arrange flowers and banana leaves.

I took charge of folding the napkins. Not exactly my area of expertise, so I first had to consult a few YouTube tutorials. Eventually, I settled on water lilies – fitting for the occasion.

Once the work was done, we still had some time before the party. So we made a little detour to a nearby farm shop. And there was really no denying where we were: not in Mauritius, but right in the middle of a German autumn. Pumpkins in every imaginable size, shape and colour, arranged in all kinds of imaginative displays. Only the weather refused to cooperate with the autumn theme. It was 3 October, German Unity Day, but the autumn day felt like summer all over again. Young and old enjoyed the sunshine, the fresh air and the wonderful world of pumpkins.

That was enough German autumn for one day. Then it was back to banana leaves, Sega and Mauritius feelings.

At 7 p.m., the MGA party officially kicked off with a dance group made up of Mauritian dancers – plus one German – performing a medley ranging from Sega and discofox to Indian dances. Phenomenal, especially considering that the group had only come together shortly before the event and had hardly had any time to rehearse.

And there was plenty more dancing, singing and music throughout the evening. We caught up with old friends and met new people. For me, the evening somehow also took me back to Voronezh. During my year studying there, I met three Mauritians, including Ashock – and that was really where my own personal connection to Mauritius began. And now, many years later, some of us who had studied together back then found ourselves reunited at a Mauritian party in Marl. David from England was there too, and he now lives in Germany. Life sometimes takes some interesting detours: from Voronezh via Mauritius to Marl. So alongside Creole and German, there was also plenty of Russian and English being spoken that evening.

Around midnight, out came the microphones – karaoke time. Anyone who didn’t sing was supposed to pay €10. Hmm. Somehow we managed to get away with it, because Bollywood hits and Creole pop songs aren’t exactly part of my repertoire. But even without taking part, it was great fun just watching how enthusiastically everyone – especially the younger crowd – sang and danced. They quite obviously felt at home in faraway Mauritius: beach, Indian Ocean, palm trees, blue skies and sunshine projected onto the screen.

By then, all the obstacles we had faced getting to Marl the day before were almost forgotten. It had been worth it. And it felt good to see people again after such a long time and to make new friends along the way.

And the train journey back to Berlin? Not via Hamburg. Half an hour late. Hardly worth mentioning.

At this point, a huge thank you to Ashock and Jana for their wonderful hospitality. See you next year at MGA 2027. Wherever it may be – we’ll definitely be there.

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